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Mittwoch, 17.01.2007

Neuer Anfang

Dieses Blog wird schrittweise auf die Plattform »Wordpress« umziehen und dort unter dem Namen stefanolix weitergepflegt. Ich schreibe auch bei den »Bissigen Liberalen«.


Freitag, 28.07.2006

Ein Stöckchen

Ich bekam gerade von Rayson ein Stöckchen zugeworfen und möchte kurz antworten, bevor ich mich wieder an die Arbeit mache.

Warum bloggst du?

Weil ich meine eigene Meinung an anderen Meinungen messen möchte.[1]

Seit wann bloggst du?

Ich habe Anfang 2006 intensiv gebloggt. Vorher war ich oft als Kommentator unterwegs und ich bekam dann mehrere Anfragen, warum ich eigentlich nicht selbst blogge.

Selbstportrait?

Kopfgesteuerter Ingenieurtyp mit ganz leichten Nerd-Elementen und ausgeprägten kulturellen Interessen, der im täglichen Leben teils nach liberalen und teils nach christlichen Grundsätzen handelt.

Warum lesen deine Leser dein Blog?

*Seufz*. Weil mein Link in vielen Kommentaren auf anderen Blogs erscheint? ;-)

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?

Ich schaue selten nach. "Massengentest Dresden" kam schon einige Male vor.

Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Ebenfalls der Eintrag zum Massengentest. Ich finde, dieser Test ist in letzter Konsequenz eine große Gefahr für unseren Rechtsstaat.

Dein aktuelles Lieblings-Blog?

Die Bissigen Liberalen, weil meine Kollegen so fleißig sind und ich immer nur zum Kommentieren komme ;-)

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?

Ich habe immer die magische Zahl von 42 Feeds abonniert und wenn ein neuer Feed dazukommt, fliegt ein anderer raus ;-)

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?

Das ist sehr schwer, weil ich keine Ahnung habe, wer es schon angenommen hat. Ich würde mich sehr freuen, wenn Boche von den Bissigen Liberalen noch etwas zu den Fragen sagen könnte. Den Herrn Waldorf von S & W hört man leider in letzter Zeit auch sehr selten. Achim Hecht vom Antibürokratie-Team sollte mal wieder auf andere Gedanken kommen(!) und das Telegehirn ist mir in letzter Zeit durch kontroverse, aber nachdenkenswerte Kommentare aufgefallen.


[1] Diese Frage dürfte ich streng genommen nicht beantworten, weil ich in letzter Zeit aus beruflichen Gründen kaum bloggen konnte. Aber es wird wieder besser. Bald. Weil ich mir den Urlaub auf unbestimmte Zeit streichen musste ...

Dienstag, 13.06.2006

Gesundheit!

In vielen Blogs wird zur Zeit über einen schildbürgerhaften Akt der Bürokratie im Gesundheitsministerium berichtet. Die Grüne Jugend hatte Links auf Seiten des Gesundheitsministeriums gesetzt und war damit ungewollt zum Vertragspartner der Bundesregierung geworden.

Es wurde schon viel über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme diskutiert. Sie wurde als juristisch ahnungslos, politisch instinktlos, technisch wirkungslos und inhaltlich sinnlos eingestuft. Sie führt zu unnötigen Bürokratiekosten und kann als Musterbeispiel für die Verkrustung des bürokratischen Denkens dienen.

Aber eigentlich sollte die Kritik vorwiegend an der Behinderung der demokratischen Kontrolle und der Berichterstattung ansetzen. Man mag von der Grünen Jugend halten was man will, aber sie gehört zweifellos zur demokratischen Opposition. Und gerade in den bleiernen Zeiten einer Großen Koalition brauchen wir die Opposition nötiger als je zuvor.

Alle Gesetzestexte, öffentlichen Regierungsdokumente und Verlautbarungen von Ministerien müssen frei verlinkt und zitiert werden dürfen. Hinter diese Linie darf keinen Millimeter zurückgewichen werden, sonst droht uns eine Zensur und eine Behinderung der Berichterstattung wie im alten Kaiserreich ...


Eine Auswahl aus vielen Links zum Thema:

Udo Vetter (Lawblog)
Thomas Knüwer
Statler & Waldorf

Sind das jetzt alles Vertragspartner? ;-)

Freitag, 09.06.2006

Zarqawi: erledigt?

Abu Musab az-Zarqawi war nicht nur ein Feind Amerikas, sondern vor allem auch ein Feind des irakischen Volkes. Zu den Opfern Zarqawis und seiner Mörderbanden zählen viele irakische Zivilisten. Eines der Hauptziele des Terrors war die Verhinderung der Demokratisierung und des Wiederaufbaus.

Zur Ausschaltung des Terroristen gab es prinzipiell zwei Möglichkeiten: den Luftangriff oder eine (durch die Amerikaner unterstützte) Aktion der irakischen Sicherheitskräfte. Ich bin kein Sicherheitsexperte und weiß daher nicht sicher, ob diese Alternative durchführbar gewesen wäre. Es scheint mir aber zumindest mit amerikanischer Unterstützung nicht unmöglich.

Die Amerikaner haben sich für eine Aktion aus der Luft entschieden. Das primäre Ziel wurde erreicht: dieser Terrorist wird keine Verbrechen mehr begehen. Aber es bleibt doch nun der Eindruck zurück: Die Iraker können es nicht selbst. Wenn im Irak ein Terrorist bekämpft werden soll, muss ein amerikanisches Flugzeug mit Präzisionsbomben eingesetzt werden.

Es ist vielleicht ein kleiner Erfolg, aber wie man an anderen Orten der Welt sieht, reicht es nicht, nur die Hassprediger und Top-Terroristen zu töten. Ich setze meine Hoffnung darauf, dass jetzt weniger Iraker dem islamistischen Terror zum Opfer fallen werden und dass sich die Lage im Irak vielleicht dadurch bessert. Meine Hoffnung wäre aber größer, wenn die Iraker es selbst geschafft hätten.

Dank an Rayson für den Denkanstoß.

Links:
Diskussion zu diesem Thema bei S & W.
Diskussion zu diesem Thema bei Martin Hagen


Sonntag, 04.06.2006

80.000 Verdächtige

Wie die Dresdner Neuesten Nachrichten und andere lokale Zeitungen berichten, soll in Dresden der größte Massengentest der deutschen Kriminalgeschichte durchgeführt werden. Es geht um zwei Fälle sexuellen Missbrauchs in Dresden-Hellerau und Coswig bei Dresden. Das Genmaterial des Täters konnte gesichert werden.

Den Angaben der Lokalpresse ist zu entnehmen, dass die Polizei zu diesem Zweck eine Datenbank in bisher nicht gekannter Dimension aufbauen will.
"Die Dimension ist riesig und es stellt sich die Frage, ob wir die Leute auf die Dienststellen einladen, wieviele wir auf einmal einladen und wie wir die Daten vorübergehend verwalten", erklärte [Polizeisprecher] Herbst den Aufwand. Eine Datenbank könnte dafür die Lösung sein, doch die muss für den Massentest auch erst noch eingerichtet werden.
Damit wir uns darüber klar sind: eine Datenbank zum "Abhaken" der bisher Getesteten könnte in wenigen Stunden eingerichtet werden, diese Aufgabe ist trivial und erfordert sehr geringe Ressourcen. Es handelt sich also sehr wahrscheinlich um eine Datenbank für das gesamte Genmaterial. Die erhobenen Daten der "Verdächtigten" könnten prinzipiell auch zum Abgleich mit anderen Fällen benutzt werden.

Die 80.000 Tests sollen 2.240.000 Euro kosten.

Nach acht Jahren wären etwa 80.000 Männer in einer Gen-Datenbank gespeichert, von denen vielleicht ein einziger der Schuldige ist. Sollte dieser aber aus Dresden weggezogen sein oder in einer anderen Richtung wohnen, dann wären in der Datenbank die Gendaten von etwa 80.000 Unschuldigen gespeichert.

Eine solche gigantische Datenbank würde meiner Meinung nach gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung jedes einzelnen Getesteten verstoßen und sie könnte der Einstieg in eine flächendeckende gentechnische Überwachung sein. Denn man würde sich natürlich fragen, warum man die Daten wieder löschen sollte, die mit einem Aufwand von weit über zwei Millionen Euro gesammelt wurden ...


Samstag, 03.06.2006

Brotarbeit

An der Blogbar und anderswo wird momentan heftig (und nicht immer auf der Sachebene) über das CocaCola-Blog zur WM diskutiert. In einem Kommentar hat Frau Elfengleich sehr treffende Worte zu dieser Diskussion gefunden:
Über die strengen moralischen Maßstäbe, die andere an ihre ?popelige Brotarbeit? anlegen, zu richten, wenn man es selbst nicht nötig hat, für Geld zu arbeiten, bzw. es vorzieht die eigenen Auftraggeber geheim zu halten, ist billig und doof.
Dem ist fast nichts hinzuzufügen. Außer der Anmerkung, dass ich jeden Menschen, der arbeitet, wagt und sich an etwas Neuem versucht, tausendmal höher respektiere, als einen, der schon mit einem Dutzend silberner Löffel in der Wiege lag und seitdem kaum einen Tag vergehen lässt, ohne das dem Publikum auf die Nase zu binden ...

Nun kann man über solche Marketingaktionen geteilter Meinung sein. Das Produkt CocaCola ist ernährungswissenschaftlich sicher nicht unumstritten und ich persönlich verbinde es weder mit Sport noch mit Sportlichkeit. Aber es steht mir frei, statt CocaCola eisgekühlten Pfefferminztee oder Mineralwasser zu trinken. Und es steht mir frei, jede einzelne Person auf diesem Fußball-Blog ernst zu nehmen oder zu ignorieren ... Ich finde es gut, dass diese Aktion gewagt wird und man wird später sehen, ob sie erfolgreich war. Aber alles schon im Voraus schlechtzureden, das ist eine Einstellung, die uns mit Sicherheit nicht weiterbringt.


Freitag, 02.06.2006

irrepressible.info

Rayson hat auf die Seite der Bissigen Liberalen dieses kleine Banner gesetzt:


Darunter steht ein Text, der von einer verbotenen Webseite für Frauenrechte aus dem Iran stammt. Auch Karsten hat sich bei der Liberalen Stimme mit diesem Thema befasst.

Ich bin in einem Land aufgewachsen, in dem Meinungsfreiheit keine Selbstverständlichkeit war. Zwar kannten wir keine so starke Unterdrückung der Meinungsfreiheit wie im Iran, in Kuba oder in China. Es gab Freiräume im Rahmen der Evangelischen Kirche und im Rahmen vieler unabhängiger Gruppen.

Aber es gab eine Grenze: Meinungen durften nicht vervielfältigt oder veröffentlicht werden. Das geschieht nun -- für uns alle selbstverständlich -- seit vielen Jahren im Internet. Heute versuchen repressive Regierungen, die Verbreitung von Meinungen und Informationen im Internet einzuschränken. Daran erinnert Amnesty International mit dieser Kampagne und das ist richtig so!


Samstag, 27.05.2006

Strafsteuer auf SMS und E-Mail

Wie die bissigen Liberalen heute erfuhren, planen Europapolitiker eine neue Steuer auf E-Mails und SMS. Inzwischen haben sich deutsche Spitzenpolitiker, Prominente und Behörden zu dem Vorschlag geäußert:

Bundeskanzlerin Merkel ließ verlauten: "Ich weiß, dass die Bürger und Firmen hierdurch belastet werden. Aber sparen tut nun einmal weh. Wir müssen die Finanzierung der EU auf eine sichere Basis stellen. Die Arbeitskosten werden dadurch mittel- und langfristig entlastet." Merkel machte klar, dass auf die neue Steuer "selbstverständlich" auch 19% Umsatzsteuer erhoben würden.

Finanzminister Steinbrück ließ erkennen, dass er die Steuer beim Empfänger der E-Mail erheben wird. Steinbrück wörtlich: "Anders macht es keinen Sinn. Wir wollten die neuen Internetmarketingtechnologien nicht unnötig belasten. Diät ohne Anstrengung ist nun mal nicht möglich." Steinbrück machte klar, dass die Finanzämter dafür Zugriff auf alle deutschen E-Mail-Konten haben müssten: "Die Kosten dieser Maßnahme werden den Providern auferlegt". Aus Karlsruhe wurden daraufhin erste Insolvenzanträge gemeldet ...

Wirtschaftsminister Michael 'wer ist das?' Glos lässt sich zur Zeit noch erklären, was E-Mails sind und wozu man sie in der Wirtschaft braucht. Der bayrische Ministerpräsident Stoiber wurde in Lederhosen an einem ausgeschalteten Laptop interviewt. Er protestierte gegen die Einführung der neuen Steuer, weil sie "Bayern nichts bringe" und den Bau des neuen "Trans-ra-ra-ra-ra-pid" um etwa einhunderttausend Euro verteuern würde.

FDP-Oppositionsführer Westerwelle protestierte aus einem anderen Grund gegen die Einführung der neuen Steuer: "Da scheinen einige ihren wirtschaftspolitischen Sachverstand beim Einschalten des Computers heruntergefahren zu haben" sagte Westerwelle am Rande einer Veranstaltung des DIHK in Berlin, auf der er sich über die Reformbemühungen der Kammern informieren wollte.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der mit seinen Spielern fast nur per SMS und E-Mail kommuniziert hatte, trat nach Bekanntwerden der neuen Steuerpläne zurück, da er dann "knapp die Hälfte seines Gehalts" beim Finanzamt abgeben müsse. Sein Nachfolger Matthias Sammer wird ab sofort auf das alte Klarsichthüllensystem von Berti Vogts zurückgreifen.

Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) ließ verlauten, dass in Zukunft auf alle E-Mails eine Rundfunkgebühr von 0.01 Cent erhoben wird, weil in E-Mails regelmäßig auch über Fernsehsendungen berichtet werde. Der Bürger kann von dieser Abgabe nur befreit werden, wenn er den Beweis erbringt, keine E-Mails mit entsprechenden Inhalten gelesen oder geschrieben zu haben. Zu diesem Zweck werden ab sofort Kopien aller E-Mails bei der GEZ gespeichert.

[to be continued ;-)]


Wikipedia und Kleinfeld

In einem SPON-Artikel wird darüber berichtet, dass Siemens-Mitarbeiter den Wikipedia-Eintrag über ihren Vorstands-Chef geschönt haben sollen. Im teaser des Artikels bei SPON heißt es:
Siemens-Mitarbeiter haben versucht, das Image ihres Chefs Klaus Kleinfeld in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu korrigieren - und damit einen heftigen Streit zwischen dem Konzern und Verfassern sowie Nutzern des Internet-Lexikons ausgelöst.
Wenn man sich die Wikipedia-Änderungsseite zu Klaus Kleinfeld ansieht, dann sind in den letzten Stunden sehr viele Dinge geändert worden, martialisch ausgedrückt könnte man fast von einem Editier-Krieg sprechen.

Ich denke, dass das Problem von beiden Seiten sehr ungeschickt angefasst wird. Jeder interessierte Leser weiß, dass in der Wikipedia an vielen Stellen auch Meinungen der Autoren einfließen. Natürlich schafft sich ein Konzernchef wie Klaus Kleinfeld auch Feinde und Kritiker. Natürlich haben diese Kritiker das Recht, in der Wikipedia über ihn zu schreiben.

Jetzt haben die Siemens-Mitarbeiter gerade durch ihr Eingreifen einen richtigen PR-Unfall gebaut. Nun heißt es nicht: "Kleinfeld-Kritiker schreiben tendenziöse Sätze in einen Wikipedia-Artikel über den Siemens-Chef", sondern "Siemens-Mitarbeiter haben versucht, das Image ihres Chefs zu korrigieren". Himmeldonnerwetter: wenn sie sich schon so um das Image ihres Chefs sorgen, dann sollen sie das doch als Privatperson machen. Aber eigentlich ist Schweigen an dieser Stelle die beste Verteidigung ...

Wer einen Wikipedia-Artikel als Grundlage seiner Meinungsbildung über die beschriebene Person verwendet, dem ist meiner Meinung nach sowieso nicht mehr zu helfen. Es gibt Wikipedia-Artikel, die mehr über den Autor als über sein Thema aussagen ;-)


Quellen
Heise Online: Image-Kosmetik für Siemens-Chef in Wikipedia
SPON: Mitarbeiter schönen Wikipedia-Eintrag über Siemens-Chef
Wikipedia: Artikel über Klaus Kleinfeld

Dienstag, 16.05.2006

Condoleezza und Beethoven

Dem Independent verriet die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice ihre zehn Lieblingsstücke. Darunter sind klassische Werke von Mozart, Brahms und Beethoven, aber auch Titel von Aretha Franklin und U2. Eine sehr interessante Auswahl.

Titel Nummer 9 ist Beethovens Sinfonie Nummer 7. Das ist aber nicht wirklich nett gegenüber den Franzosen ;-)


Fernsehen auf dem Blogserver

Bis heute war ich der Ansicht, alle Arten von Servern zu kennen, die im Medienbereich eingesetzt werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat nun offenbar einen neuen Server erfunden: den Fernsehserver. Als Empfangsgerät kann nach einer telepolis-Meldung auch jeder dedizierte Server dienen, den sich eine Firma oder Privatperson im Rechenzentrum eines Providers anmietet.

Das könnte für Blogger mit einem eigenem Server unangenehme Auswirkungen haben, denn sie hätten dann bei unterstellter gewerblicher Nutzung eine zusätzliche volle Fernsehgebühr zu bezahlen. Der angemietete Server steht nämlich in einer anderen "Betriebsstätte".

Die Zeitschrift telepolis recherchierte für eine Artikel über die Gebührenpflicht auf Computer und fragte dazu bei den Verantwortlichen an, welche Auswirkungen diese Gebührenpflicht auf die Betreiber der EDV in Firmen haben kann:
Im Vorfeld wollten wir die absurderen [Fragen] eigentlich aussortieren wie die des Lesers, der wissen wollte, ob er zukünftig für seinen in einem Provider-Rechenzentrum aufgestellten Webserver TV-Gebühren zahlen muss und in diesem Fall ernsthaft in Erwägung zog, auszuwandern. Dieser Fall erscheint uns klar: Keine Gebührenpflicht! ? wer würde sich denn freiwillig in ein klimatisiertes zugiges Rechenzentrum zwischen dröhnende Lüfter setzen wollen, um fernzusehen?
Der in Gebührenfragen federführende Südwestfunk antwortet:
Im Falle der gewerblichen Vermietung eines grundsätzlich zum Rundfunkempfang geeigneten Geräts ist die Rundfunkgebühr für einen Zeitraum bis zu drei Monaten vom Vermieter, ab drei Monaten vom Mieter zu zahlen (§ 2 Abs. 3 Rundfunkgebührenstaatsvertrag). Natürlich gilt auch dies nur, wenn ansonsten keinerlei andere Geräte bereitgehalten werden. Auf die Frage, ob der Bildschirm ein- oder abgeschaltet ist, kommt es nicht an.
Die Einschränkung in der Antwort des Südwestfunks gilt nur für den Privatbereich, bei gewerblicher Nutzung wird grundsätzlich in jeder "Betriebsstätte" eine weitere Gebühr für alle betriebenen Computer fällig.

Ich bin gespannt, ob jemand als nächstes die Frage nach gemeinsam benutzten Servern (shared server) stellt ... Theoretisch dürfte darauf nur eine Gebühr fällig werden, aber wie man an der oben dargestellten absurden Antwort auf eine absurde Frage sehen kann, ist auch das nicht sicher. Es sind ja Multiuser-Systeme ...


Donnerstag, 11.05.2006

essen & arbeiten

SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering hat nach einem Artikel[1] in der Zeit in einer Beratung der SPD-Fraktion folgenden Satz fallen lassen: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Bitte hier entlang: zu einer Diskussion des Themas bei den Bissigen Liberalen ;-)

[1] Artikel in der ZEIT
[2] Ursprüngliche Quelle: Der zweite Paulusbrief an die Thessalonicher


Erst mal abweisen?

Wie SPON unter dem Titel "Professor lehnt syrische Studentin ab" berichtet, hat ein Dresdner Professor die Betreuung einer Promotion nur deshalb abgelehnt, weil die Studentin aus Syrien kam.

Die TU Dresden hat sich schon in der letzten Woche von der Stellungnahme des Professors distanziert. Wir haben hier in Dresden sehr viele ausländische Studenten, was ich schon in meiner Studienzeit als Gewinn angesehen habe. Ich habe zum Beispiel mit Studenten aus Ägypten und Kamerun studiert, die noch zu DDR-Zeiten mit dem Studium begonnen hatten und nach der Wiedervereinigung ihre Diplomarbeiten schrieben. Wir haben uns über viele allgemeine Themen ausgetauscht, aber auch gemeinsam gefeiert und gegessen.

Ausländische Doktoranden und Studenten müssen bei uns willkommen sein, weil sie eigene Ideen und Erfahrungen mitbringen und vielleicht etwas von unseren demokratischen Werten mitnehmen. Es ist ein ganz falsches Signal, sich gegenüber diesen Ländern abzuschotten.

Mittwoch, 19.04.2006

Patente,

die die Welt nicht braucht: Ein tolles Beispiel für die Anwendung von Softwarepatenten kommt jetzt von Philips: Sie wollen sich eine Methode patentieren lassen, mit der man die Verbraucher am Überspringen von Werbeblöcken hindern kann.

Allerdings basiert das Verfahren auf der Multimedia Home Platform (MHP), von der noch nicht wirklich sicher ist, ob sie sich jemals durchsetzen wird.

Da wir keinen Fernseher besitzen, ist es für uns höchstens in Bezug auf DVDs interessant. Eines ist jedenfalls sicher: wenn solche Geräte auf den Markt kommen sollten, werden unter den ersten Käufern einige Leute sein, die das sehr genau unter die Lupe nehmen. Und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Verfahren geknackt wurde ;-)

Quelle: SPON, 19.04.2006

Samstag, 01.04.2006

Hochwasser 2006

Pünktlich zur 800-Jahr-Feier wird Dresden wieder einmal von einem Hochwasser heimgesucht. Wahrscheinlich wird der Wasserstand aber deutlich unter dem Rekordstand vom Sommer 2002 bleiben. Hier sind einige Bilder aus unserer näheren Umgebung:
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