logoblogg.de • autotest.de 

Sonntag, 01.01.2006

Zerstörung oder Aufbau?

Ein linker Blogger postet das Bild eines alliierten Luftangriffs aus dem zweiten Weltkrieg. Er versieht es mit den Codes, die er sich für seine Kontrahenten (Anhänger der CDU, CSU oder FDP) ausgedacht hat. Die Botschaft der Grafik ist klar. Ich habe dieses Bild eine Weile mit mir herumgetragen und dann mit anderen Bildern überlagert ...

Frauenkirche Dresden, 30.10.2005

Sechzig Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde im Oktober 2005 die Dresdner Frauenkirche geweiht. An der Weihe nahmen Gäste aus England, den USA und vielen anderen Staaten teil. Darunter waren auch einige Veteranen der Alliierten.

Kinder von Bomberpiloten und Kinder von Bombenopfern haben gemeinsam am Wiederaufbau mitgearbeitet. Das Turmkreuz der Frauenkirche kommt aus England. Auch US-Bürger haben sich mit großzügigen Spenden am Wiederaufbau beteiligt.

Sechzig Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus haben Engländer, Amerikaner und Deutsche an der wiederaufgebauten Frauenkirche ein weiteres Mal gezeigt, dass wir heute als demokratische Staaten gemeinsam für demokratische Werte einstehen.

Allen Gästen der Weihe wurde ein kleines rotes Band mit der Aufschrift "Friede sei mit euch" in die Hand gegeben. Wir konnten es an die Kleidung heften oder einfach als Andenken mitnehmen. Über den Tag hinaus trägt dieses Band auch die Botschaft: Nie wieder Bomben auf Dresden. Heute würden die Bomben auch die moderne Dresdner Synagoge treffen, die unweit der Frauenkirche steht ...

Bilder des Friedens sind die beste Antwort auf Bilder des Hasses.

Kommentare

Moin, und wie gut ich das finde, dass du sowas bringst!

Ich habe damit mehrere Probleme. Das erste Problem sehe ich in der Methode, irgend eine Gruppe zu definieren, mit der man alles machen kann: unter anderem eben auch mit Bomben bewerfen [die anderen Behandlungsmöglichkeiten findest Du am Ort des Geschehens]. Denn zu dieser Gruppe kann man dann je nach dem Grad der Demagogie auch diejenigen Wähler zählen, die einem gerade nicht passen. Und jetzt überlege bitte mal, wer schon alles mit den Codes belegt wurde, die da auf der Graphik stehen. Aha?

Um es ganz klar zu sagen: Ressentiments, Hysterie, Ideologisierung und Bashing sind offensichtlich nicht auf eine Seite des politischen Spektrums beschränkt. Deshalb wende ich mich gegen solche Bilder des Hasses. Und weil ich aus einer Stadt komme, in der sechzig Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs immer noch nicht alle Spuren der Bomben beseitigt sind. Und weil der 13. Februar 1945 bis heute nicht vergessen ist ... Ich finde unabhängig von diesem Fall auch widerwärtig, wenn Symbole verteilt werden, auf denen der politische Gegner mit anderen "Werkzeugen" traktiert wird.

Vielleicht kennst Du "LTI"? Wenn nicht, ist es eine dringende Leseempfehlung zu den Gefahren von Sprache und Symbolen!

In meinem Artikel habe ich ganz eindeutig die Befreiung vom Nationalsozialismus erwähnt. Jeder überzeugte Liberale muss ein mehrfaches Interesse daran haben, dass Neonazis nie wieder an die Macht kommen können. Aber das ist einfach selbstverständlich und ohne ideologische Scheuklappen sieht man das auch. Oder?

Zur Bekämpfung von Neonazis existiert hierzulande ein einigermaßen funktionierendes Rechtssystem und es gibt Staatsorgane, die entsprechend unseren Gesetzen gegen die Neonazis eingreifen -- notfalls auch mit Gewalt. Aber immer nach rechtsstaatlichen Regeln. Wenn es Neonazis (leider) geschafft haben, in manche Landtage einzuziehen, muss man sie politisch bekämpfen. Und dann sinkt die Quote der potentiellen Wähler (wie hier in Sachsen) schnell wieder unter 5 Prozent.

PS: Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, warum Du in Deinem Kommentar schon wieder zwangsweise irgendwelche Fraktionen bildest. Wenn man mit einem liberalen oder konservativen Blog in Verbindung gebracht werden kann, muss das doch nicht bedeuten, dass man mit "LGF" oder irgendwelchen ähnlichen Webseiten sympathisiert [oder "LGF" auch nur kennt]. Als Du mir das erste Mal diese Abkürzung an den Kopf geworfen hast, musste ich wirklich Google bemühen. Du willst mich doch nicht ernsthaft damit in Verbindung bringen, weil ich manchmal bei S & W kommentiert habe?

Woran liegt es deiner Meinung nach, dass die heutigen "Liberalen" bzw. Liberalen überhaupt kein Gefühl für soziale oder Notwendigkeiten haben, dass sie einfach nur klientelistisch die Interessen der Privilegierten propagieren, ohne sich überhaupt auch nur einen Fingernagel voll Dreck um die Schwachen in der Gesellschaft zu kümmern, z.B. um diejenigen, tatsächlich sogar namenlosen Millionen, die heutzutage von angeblich tollen Unternehmern betrogen und ausgebeutet werden?

Die Frage müsste m.E. eher lauten: Woran liegt es, dass von Intellektuellen in Deutschland immer noch solch verzerrte Beschreibungen liberaler Positionen verwendet werden?

@Dr. Dean:
Deine letzte Frage wäre mir einen eigenen Artikel wert, dazu brauche ich aber etwas Zeit. Die Frage ist besonders deshalb interessant, weil es ja theoretisch irgendwann eine schwarz/gelbe Regierung oder eine Jamaica-Koalition geben könnte. Aber wie Rayson schon andeutete: "Liberal" kann sehr vielschichtig sein, "Liberal" kann auch ziemlich verzerrt dargestellt werden. Kommt nicht in der Unterzeile Deines Blogs sogar das Wort "Linksliberal" vor?

Noch einmal zu dem anderen (leidigen) Thema. Bitte sieh mir nach, dass ich die Grafik mit den Bomben weder als liberal-bürgerlich denkender Mensch noch speziell als Dresdner als eine "Waffe des Geistes" einordnen kann. Ich halte sie immer noch für ein Symbol des Hasses. Lies "LTI" und Du wirst mich verstehen. Wenn Du willst, schenke ich Dir ein Exemplar ... Selbst wenn man der gemeinsamen Überzeugung ist, dass Neonazis bekämpft werden müssen, gibt es immer noch Unterschiede in den Methoden!

Leitest Du diese "politische Koalition" ernsthaft aus der Blogroll von "S & W" ab? Dann müssten die ja auch mit der Titanic-Partei koalieren :-) -- Dass sie über bestimmte politische Fragen sehr kontrovers diskutieren, ist legitim und sie bekommen ja an bestimmten Stellen auch ganz deutlichen Widerspruch. Das gehört IMHO zur Demokratie. Ich meine, dass S & W zu den Demokraten (im Rahmen des im Bundestag vertretenen Parteienspektrums) gehören. Ich möchte Blogger nicht nach ihrer Blogroll, sondern nach ihren Artikeln beurteilen.

Jede politische Partei, also auch die Liberalen, steht unter dem Einfluss der Gesellschaft (oder meinetwegen auch unter gesellschaftlicher Korrektur). Ich sehe im Moment auch nicht, wo die FDP gegen das Gemeinwohl agiert. Aber wie gesagt, zu diesen Fragen werde ich noch einen separaten Artikel schreiben. Ich denke nach wie vor, dass D eine starke bürgerlich-liberale Kraft braucht.

Dass die Nationalsozialisten unter anderem auch durch das gescheiterte Kleinbürgertum an die Macht kamen, will ich überhaupt nicht bezweifeln. Aber ich bestreite ganz entschieden, dass in diesen Kreisen die heutigen liberale Grundwerte eine Rolle spielten. Im Gegenteil: diese Grundwerte hätten sie ja gegenüber der braunen Ideologie immunisieren müssen.

@Dean

Nein, echter Liberalismus will alles andere, nur keine "gesellschaftliche Korrektur". Der Gegensatz, den du hier einführen möchtest, also den zwischen dem "Recht des Stärkeren" und dem "echten Liberalismus" ist nichts weiter als eine sozialdemokratische Interpretation dieser Welt.

"Echte" Liberale sind dagegen, den Staat zum Gehilfen ideologischer Verteilungsvorstellungen zu machen. "Echte" Liberale bedauern, dass der Sozialstaat die Menschen zu Antragstellern degradiert und ihnen sämtliche Anreize nimmt, knappe Güter denen zu offerieren, die davon am meisten benötigen. "Echte" Liberale lehnen gesellschaftliche Idealvorstellungen ab, erst recht, wenn sie mit Zwang durchgesetzt werden sollen.

Dean, was du unter "Liberalismus" verstehen möchtest, ist ein linkes Wunschbild.

Nach meinem liberalen Modell wäre für jeden ein Grundbedarf zu sichern, für den er nicht zum "Antragsteller" werden muss. Das hatte die FDP ja auch vorgesehen.

Viel wichtiger ist doch aber, die gesellschaftlichen Aufstiegsmöglichkeiten für diejenigen zu eröffnen, die sich aus eigener Kraft aus dieser Misere befreien wollen. Momentan bedeutet das vor allem: Die Hindernisse zu beseitigen und den Leuten zu signalisieren: Leistung lohnt sich.

Das ist eine Art Idealvorstellung von Freiheit, Leistung und Gemeinsinn, die man ja schon im "Faust II" nachlesen kann:

Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene;
Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,
Das Letzte wär' das Höchsterrungene.
Eröffn' ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neusten Erde,
Gleich angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft.
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft' ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Äonen untergehn. -
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß' ich jetzt den höchsten Augenblick.

Wie man das genau ausgestalten kann, darüber wird später zu reden sein, ich muss heute abend/nacht noch ein wenig arbeiten :-)

Echter Liberalismus? Isaiah Berlin, Four Essays on Liberty. Mehr philosophisches Handgepäck braucht man gar nicht, um zu verstehen, was echter Liberalismus ist: Die Verteidigung negativer Freiheit (also: des Bereichs staatlicher Nichteinmischung) gegen die Anmaßung, gesellschaftliche Endzustände (z.B. Einkommensverteilungen) politisch durchsetzen zu wollen.

Das ist alles. Aber ich nehme an, für den Herrn Dean (*) war auch Isaiah Berlin ein Neoconnard und Carl-Schmitt-Epigone. Und LGF hat er sicher auch gelesen.

(*) Übrigens: Von jemandem, der so eifrig Anspielungen auf die zivile Identität anderer Blogger verbreitet wie Sie, wäre es ja durchaus nur fair, wenn er sich selbst nicht hinter einem Pseudonym verstecken würde. Oder?

Das Buch erscheint übrigens laut Amazon im Februar 2006 wieder als Fischer Taschenbuch: [ISBN 3596168600]. Vorgemerkt für eine längere Dienstreise, zeitiger komme ich sowieso nicht zum Lesen ...

Ich finde im Gegenteil Ihre Vorstellung sehr naiv, dass die Vorteile einer liberalen Gesellschaft nur den Reichen oder den Abkömmlingen der Reichen vorbehalten sind. Das ist typische Klassenkampfrhetorik. Sie hören "Liberal" und denken sofort an üble Ausbeutung. Wenn Ihre Verkäuferin in einem großen Kaufhaus arbeitet, dann wird es dort natürlich eine Arbeitnehmervertretung geben. Ich kenne übrigens Arbeitnehmervertretungen, die ihr Unternehmen durch vernünftiges Handeln vor dem Konkurs gerettet haben, nachdem unfähige Geschäftsführer es fast schon ruiniert hatten. Wenn Ihre Verkäuferin in einem kleinen Laden arbeitet, dann wird ihr auch keine Gewerkschaft helfen können. Dann wäre ein Teilhabermodell (gemeinsam mit mehreren anderen Verkäufern) möglicherweise besser geeignet. Wenn die Verkäuferin wirklich gut ist, wird sie sich vielleicht für die Selbständigkeit entscheiden und irgendwann eine Ladenkette aufbauen. Eine liberale Wirtschaftspolitik muss für alle drei Situationen ein vernünftiges Umfeld schaffen.

Lieber Dr. Dean, der Einzelhandel besteht aus wesentlich mehr Firmen als Lidl oder ALDI. Ich kenne sehr kompetente Verkäuferinnen und Verkäufer in guten Kaufhäusern oder Fachgeschäften, denen ich sofort den Schritt in die Selbständigkeit zutrauen würde. Natürlich gibt es im Einzelhandel große Unterschiede, aber gibt es Ihnen nicht zu denken, dass Sie ausschließlich von der pessimistischen Seite an diese Sache herangehen?

Ich sehe die Selbständigkeit nicht als Idealbild für alle. Ich habe doch eindeutig geschrieben, dass liberale Wirtschaftspolitik auch für die Angestellten ein vernünftiges Umfeld schaffen muss: In einem großen Kaufhaus muss es selbstverständlich eine Arbeitnehmervertretung geben. Sehr fragwürdig ist in meinen Augen allerdings der Einsatz freigestellter Betriebsräte für Gewerkschaftszwecke in anderen Bundesländern, wie es z.B. bei den Tarifauseinandersetzungen der IG Metall in Sachsen geschehen ist. Aber im eigenen Betrieb sollten die Arbeitnehmer immer ein gewisses Mitspracherecht haben. Wenn die linken Ideologen draußen vor der Tür bleiben, wird das in vielen Fällen zum Vorteil des Betriebs dienen!

Hello!
numero lotto
numeri lotto
donna single
incontri donna abruzzo
sardegna case vacanza
giochi online carta
gioco online carta
case vacanza umbria
bancamediolanum it
banca mediolanum it
picture of butterfly tattoo
butterfly picture tattoo
as come
filmes gratis sexo
corso on line
ringtone gratis
biglietto d augurio
giochi pc gratis
gioco pc gratis
numero lotto
numeri lotto
donna single
incontri donna abruzzo
sardegna case vacanza
giochi online carta
gioco online carta
case vacanza umbria
bancamediolanum it
banca mediolanum it
picture of butterfly tattoo
butterfly picture tattoo
as come
filmes gratis sexo
corso on line
ringtone gratis
biglietto d augurio
giochi pc gratis
gioco pc gratis

Dein Kommentar

Name:

E-Mail:

Homepage:

Kommentar:


Einstellungen merken:

Trackbacks

Trackback-URL dieses Artikels: http://stefanolix.blogg.de/trackback.php?id=15

Eintrag verschicken

Sende diesen Artikel an

Mitteilung an den Empfänger

Deine E-Mailadresse